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| Der Konjunktur-Blues wird noch leise gesummt |
01.12.2008 um 12:51 Uhr |
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Bundeskanzlerin Merkel sagt, dass es 2009 schlechte Nachrichten gibt. Der Wirtschafts-index Elix für die Emscher-Lippe-Region sackt ab wie der Dax, die aktuelle Arbeits-losenquote weist aber noch einen Rückgang auf. Was kommt auf Gelsenkirchen zu, wenn aus der Konjunkturdelle eine Rezession wird? Drei Fragen stellte die WAZ dazu dem IHK-Geschäftsführer Peter Schnepper, dem Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes, Christopher Schmitt und dem DGB-Bezirksvorsitzenden Josef Hülsdünker.
1. Steuert Gelsenkirchen wieder in die große Krise?
2. Müssen wir mit einem rasanten Anstieg der Arbeitslosenquote rechnen?
3. Kann Gelsenkirchen gegensteuern?
Christopher Schmitt
1. Die große Krise hat uns noch nicht erreicht. Der Konjunktur-Blues wird nur leise gesummt. Es gibt aber Unternehmen, in denen es ordentlich runtergeht. Viele Firmen profitieren aber von den Restrukturierungen der letzten Jahre und sind widerstandsfähiger und flexibler. Viele wissen aber nicht, was kommt, und ziehen sich warm an.
2. Ich sehe derzeit keine Anzeichen für einen großen Anstieg der Arbeitslosenzahlen. Auch bei Firmen mit Auftragsrückgang stehen keine betriebsbedingten Kündigungen an. Man versucht es mit Kurzarbeit, Abbau von Überstunden und von Leiharbeit. Es gibt aber Zurückhaltung bei Neueinstellungen. Die Sondertarife mit der IG Metall zahlen sich aus.
3. Die Stadt kann keinen Schutzschirm aufspannen. Sie kann nur gute Wirtschaftsförderung machen und den Standort für Firmen und Fachkräfte schmackhaft machen. Wir alle müssen weiter an der Verbesserung des Images der Stadt arbeiten.
Peter Schnepper
1. Die Gelsenkirchener Wirtschaft ist besser aufgestellt als vor einigen Jahren. Es ist nicht so schlimm, wie man den Eindruck durch die Öffentlichkeit haben könnte. Viele Unternehmen haben in den letzten Jahren investiert und modernisiert und Prozesse optimiert. Das zahlt sich jetzt aus. Unternehmen, denen die Aufträge weg-brechen, sind in der Minderheit. Viele sagen zwar, sie erwarten ein kaltes Klima, aber es gibt keine spürbar verbreiteten Existenzängste. Das geht durch alle Branchen. Wenn sich die Krise aber dauerhaft einstellt, werden wir 2010 fraglos Probleme bekommen.
2. Ich glaube nicht an einen raschen Anstieg der Arbeitslosenzahlen. Aus den Unternehmen hören wir Skepsis zu Neueinstellungen, aber auch, dass man die Beschäftigung halten will.
3. Die Stadt kann da wenig machen. Das ist kein kommunales, auch kein deutsches Problem. Wir als IHK können Unternehmen beratend zur Seite stehen.
Josef Hülsdünker
1. Die Krise hat Gelsenkirchen schon erreicht. Ein Großteil des Jobanstiegs der letzten Monate fußte auf Leiharbeit. Viele haben ihren Job jetzt wieder verloren. Die Produktivität und Wertschöpfung war zuletzt beträchtlich. Pro Beschäftigen liegt Gelsenkirchen über dem Durchschnitt. Da sind wir weltmeisterlich. Doch das gilt nicht pro Kopf der Bevölkerung, da ist der Aufschwung an vielen Menschen vorbeigegangen.
2. Wir haben schon jetzt eine zu hohe Arbeitslosenquote. Und dabei sind viele Ungelernte. Und eben wegen der Qualifikationsstruktur wird die Krise bedeutende Auswirkungen haben, Unternehmen entlassen keine Facharbeiter, sondern Helfer. Dazu kommen strukturelle Arbeitsplatzverlust, wie bei BP die 400. Der Rock wird noch enger.
3. Die Bereitschaft bei der Stadt ist sicher groß, aber die Handlungsspielräume sind begrenzt. Wichtig wäre, mit öffentlichem Geld in Menschen zu investieren, in Bildung und Erziehung, in die Qualifizierung
(WAZ, 29.11.2008) |
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