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| Heinz Stupp: „Unternehmen denken an die Zukunft" Blitzumfrage: Ruhr-Arbeitgeber verzeichnen sinkende Beschäftigungsbilanz. Betriebe setzen dennoch weiterhin auf Ausbildung |
31.07.2009 um 10:09 Uhr |
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Die Unternehmen in der Ruhr-Region haben im ersten Halbjahr 2009 eine leicht sinkende Beschäftigungsbilanz vorgelegt. Dies ergab die jüngste branchenübergreifende Blitzumfrage der Arbeitgeberverbände des Ruhrgebiets (arbeitgeber ruhr). „Besonders gebeutelt ist die Metall- und Elektroindustrie. Fast die Hälfte der befragten Unternehmen musste Stellen abbauen. Dieser Trend wird sich nach den Umfrageergebnissen im zweiten Halbjahr aber etwas abschwächen“, sagt Heinz Stupp, Vorstandsvorsitzender des Arbeitgeberverbandes der Eisen- und Metallindustrie Emscher-Lippe e.V. „Grund zur Hoffnung gibt es für den Nachwuchs: Die Betriebe setzen trotz der Krise weiter auf die Ausbildung qualifizierter Fachkräfte, die für den langfristigen Erfolg eines Unternehmens unerlässlich sind.“ Als Reaktion auf den Konjunktureinbruch setzen die Unternehmen der Region weiterhin auf den Abbau von Arbeitszeitkonten, bauen Leiharbeitskräfte ab und lassen befristete Arbeitsverträge auslaufen. „Betriebsbedingte Kündigungen sind bei uns zum Glück eher die Ausnahme“, weiß Heinz Stupp. „Einen signifikanten Anstieg melden die Befragten bei der Kurzarbeit. Während diese im letzten Halbjahr in unserer Umfrage keine Rolle spielte, gaben fast 40 Prozent der Metall- und Elektrobetriebe an, Kurzarbeit zu nutzen. Im Vergleich zum 2. Halbjahr 2008 fiel die Bilanz vor allem beim Auftragseingang und Umsatz schlecht aus: Branchenübergreifend gaben gut zwei Drittel der Befragten einen Auftrags- und Umsatzrückgang an. Auch bei den Geschäftserwartungen herrscht Zurückhaltung bis hin zum Pessimismus: Nur 14 Prozent der Befragten gaben sich optimistisch, während zwei Drittel mit einer Verschlechterung rechnen bzw. die Erwartungen als „gleich bleibend schlecht“ einordnen. „Die Nettoumsatzrendite gilt als Gradmesser der Rentabilität eines Unternehmens – hier beklagen fast drei Viertel eine Verschlechterung beziehungsweise sehen die Rendite als gleich bleibend schlecht an. In der Metall- und Elektroindustrie haben wir mit 81 Prozent schlechter Renditen sogar einen neuen Negativrekord zu verzeichnen“, so Heinz Stupp.
Investitionspläne werden derzeit zurückgeschraubt: Nur noch die Hälfte der Befragten konnte die geplanten Investitionen auch wirklich tätigen. Zwar klagen derzeit „nur“ ein knappes Drittel der befragten Firmen über Probleme bei der Kapitalbeschaffung, erwartet wird jedoch eine Verschärfung bei den Finanzierungs-bedingungen. „Das Ergebnis der Umfrage bestätigt, was wir täglich in der Zeitung lesen: Die Kurzarbeit nimmt stark zu, Unternehmen tun alles, um Stellenabbau zu vermeiden. Als gute Nachricht sollten wir verzeichnen, dass drei Viertel der Mitglieder ihr Ausbildungsniveau zumindest stabil halten können. Die Firmen nehmen damit auch in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten ihre gesellschaftspolitische Verantwortung wahr und sehen die eigene Ausbildung weiterhin als wirksamstes Instrument zur Bekämpfung des Fachkräftemangels. Dieser hat sich zwar aufgrund der Krise etwas entschärft, bleibt aber dennoch ein großes Problem, das die Unternehmen noch lange beschäftigen wird und das nur mit Weitsicht gelöst werden kann“, so Heinz Stupp.
arbeitgeber ruhr ist die Arbeitsgemeinschaft der Arbeitgeber- und Unternehmensverbände des Ruhrgebiets. Insgesamt 16 regionale Verbände an den Verbandsstandorten Bochum, Dortmund, Duisburg, Essen und Gelsenkirchen organisieren in freiwilliger Mitgliedschaft rund 1.500 Unternehmen unterschiedlicher Branchen, in denen wiederum über 240.000 Arbeitnehmer beschäftigt sind. Mitgliederstärkste Industrie-Branchen sind die Metall- und Elektroindustrie (an allen fünf Standorten) mit zusammen rund 350 Mitgliedsunternehmen und über 70 000 Arbeitnehmern sowie die chemische Industrie mit rund 145 Mitgliedsunternehmen und 36 000 Arbeitnehmern. Daneben finden sich in der Arbeitsgemeinschaft von "arbeitgeber ruhr" Branchenverbände für den Groß- und Außenhandel, für soziale Dienstleistungen und eine Reihe von branchenübergreifenden Arbeitgeberverbänden.
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