Metallarbeitgeber: An der Rente mit 67 führt kein Weg vorbei
13.11.2012 um 11:38 Uhr
 

Anteil älterer Beschäftigter in NRW binnen zehn Jahren auf sechs Prozent verdoppelt
Als „wirklichkeitsfremd und grundfalsch“ haben die Metallarbeitgeber in der Emscher-Lippe-Region Be-strebungen aus der IG Metall und der SPD kritisiert, die Einführung der Rente mit 67 massiv in Frage zu stellen. Die schrittweise Verlängerung der Lebens-arbeitszeit sei eine gesellschaftspolitisch gebotene und für die Zukunftsfähigkeit der Rentenversicherung notwendige Ent-scheidung. „Wer die Rente mit 67 zurück-nehmen will, muss entweder die Beiträge erhöhen oder die Leistungen senken“, betont Raymond Opszalski, Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes der Eisen- und Metallindustrie Emscher-Lippe e. V. Anders könne die Rentenversicherung die Folgen der demografischen Entwicklung nicht bewältigen. Wenn es richtig sei, dass „wir Deutsche im Schnitt gesünder älter werden, dann ist eine verlängerte Lebensarbeitszeit grundsätzlich auch zumutbar“. An der Rente mit 67 führe allein aus sozialpolitischen Gründen kein Weg vorbei.

Mit Blick auf aktuelle Gewerkschafts-kampagnen gegen die Rente mit 67 erklärte Opszalski, er verurteile die Verlagerung dieser gesellschaftspolitischen Debatte in die Betriebe. „Das Thema mag auf das Spiel-feld des Bundestagswahlkampfs gehören, dürfe aber nicht in die Unternehmen getragen werden“. Nicht nachvollziehbar sei die Kritik von Gewerkschaften und SPD, die Unter-nehmen beschäftigten zu wenig ältere Arbeitnehmer. In der nordrhein-westfälischen Metall- und Elektroindustrie seien fast sechs Prozent der Mitarbeiter über 60 Jahre alt – mehr als doppelt so viele wie zehn Jahre zuvor. Auch über alle Branchen gerechnet habe sich die Zahl der ‚Ü-60-Beschäftigten‘ bundesweit ebenfalls auf mittlerweile 1,3 Millionen verdoppelt. Mehr als 70 Prozent der Betriebe arbeiteten mit altersgemischten Teams, knapp 60 Prozent der Unternehmen kümmerten sich um eine spezielle Weiterbil-dung für ältere Mitarbeiter. „Der Vorwurf, die Unternehmen täten hier zu wenig, geht an der betrieblichen Realität völlig vorbei und ist schlicht unwahr“, erklärte Opszalski weiter.

Der vergleichsweise immer noch niedrige Anteil älterer Beschäftigter sei immer noch Folge früherer Vor-ruhestandsprogramme, die angesichts hoher Arbeitslosenzahlen insbesondere bei jungen Menschen in der 90er Jahren in einem breiten Konsens verabredet wurden. „Wer diese damals arbeitsmarktpolitisch richtige Entscheidung heute benutzt, um Unternehmen Versäum-nisse bei der Beschäftigung Älterer vor-zuwerfen, handelt zutiefst populistisch und damit unseriös“, sagte Opszalski. Schon aus Eigeninteresse beschäftigten sich die Unternehmen mit der Frage, wie denn Beschäftigungsfähigkeit im gesamten Er-werbsleben gesichert werden könne. Hier sei allerdings auch die Eigenverantwortung der Beschäftigten bei Lebensstil und Weiterbildung gefragt. Allerdings würden hier betriebliche oder tarifvertragliche Angebote immer noch viel zu wenig genutzt.





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