Riss des hinteren Kreuzbandes

Abb. 1: MRT des Kniegelenkes mit Darstellung eines gerissenen hinteren Kreuzbandes.
Allgemeines
Die Verletzung des hinteren Kreuzbandes ist wesentlich seltener als die des vorderen Kreuzbandes. Sie ist meist Folge einer größeren Gewalteinwirkung gegen
das Kniegelenk (z.B. Verkehrsunfälle). Sie kann aber auch als Begleitverletzung (zusammen mit dem Aussenband) im Rahmen von Sportunfällen (Schlag von vorne gegen
den Unterschenkel) auftreten.
Diagnostik
Eine differenzierte Diagnostik ist Voraussetzung für das rechtzeitige Erkennen einer derartigen Verletzung. Die klinische- und die MRT Untersuchung
sowie Röntgendiagnostik mit speziellen gehaltenen Aufnahmen sind hierfür notwendig. (Abb. 1)
Behandlungsmöglichkeiten
Bei der isolierten Verletzung des hinteren Kreuzbandes kann auf Grund der guten Heilungstendenz auch die konservative Therapie zur Ausheilung
einer derartigen Verletzung führen. Bei komplexen Verletzungen des Kniegelenkes mit Beteiligung mehrerer Bandstrukturen (z.B. Aussenband) wird eine operative
Rekonstruktion des hinteren Kreuzbandes (und der Begleitverletzungen) empfohlen.
Vorbereitung zur Operation
Ideale Voraussetzungen für eine operative Therapie sind ein weitgehend freies Bewegungsausmaß des betroffenen Kniegelenkes und ein vorangegangenes Muskelaufbautraining.
Operationsverfahren
Analog zur Ersatzplastik des vorderen Kreuzbandes wird auch hier ein körpereigenes Sehnentransplantat verwendet. Die Durchführung der Operation erfolgt ebenfalls arthroskopisch.
Das für die Implantation entsprechend vorbereitete Transplantat wird über Bohrkanäle durch den Schienbeinkopf in den Oberschenkel (entlang des ursprünglichen HKB Verlaufes)
eingezogen und fixiert. (Abb. 2)
Bei Kombinationsverletzungen werden die meistens verletzten äußeren Strukturen während des gleichen Eingriffes versorgt. (Abb. 3), (Abb. 4)
Nachbehandlung
Die Fixierung erlaubt eine frühe postoperative krankengymnastische Beübung des Kniegelenkes, wobei eine strengere Bewegungslimitierung als beim vorderen Kreuzband einzuhalten
ist. Zur Sicherstellung eines guten Einheilens des Transplantates müssen Sie innerhalb der ersten 16 Wochen eine spezielle Bewegungsschiene tragen, welche Ihnen bereits im
Krankenhaus angepasst wird.
Nach 16 Wochen kann im Normalfall auf Hilfsmittel verzichtet und ein freies Bewegungsausmaß beübt werden. Leichtere Sportarten (Schwimmen, Fahrradfahren, Lauf-band) sind dann wieder erlaubt.
Ab der 17. Woche können Kontakt- und Ballsportarten sollten jedoch in den ersten 12 Monaten nach der Operation nicht durchgeführt werden.

Abb. 2: Arthroskopische Sicht auf die Transplantate nach kombiniertem Ersatz des vorderen (VKB) und hinteren Kreuzbandes (HKB).

Abb. 3: Arthroskopischer Normalbefund des Innenmeniskus (IM).

Abb. 4: Arthroskopischer Normalbefund des Aussenmeniskus.
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