Oberarmkopfbruch

Abb. 1: Beispiel eines Oberarmkopfbruches (3-Teile-Bruch).

Abb. 2: Röntgenaufnahme nach Versorgung eines Oberarmkopfbruches mit Philos®-Platte und Zugschrauben.
Allgemeines
Oberarmkopfbrüche entstehen meistens durch Sturz auf die Schulter oder den ausgestreckten Arm. Wegen der Abnahme der Knochenmineraldichte im höheren Lebensalter
(Osteoporose) betreffen Oberarmkopfbrüche überwiegend ältere Menschen, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Junge Menschen können ebenso betroffen sein,
nur sind hier wesentlich höhere Krafteinwirkungen nötig, wie sie beispielsweise bei Verkehrsunfällen oder im Rahmen von Sportverletzungen auftreten können.
Diagnostik
Eine genaue Kenntnis der Bruchform ist eine unabdingbare Voraussetzung um die richtige Therapieform zu wählen. Hierzu werden Röntgenaufnahmen des Oberarmes und
der Schulter angefertigt. (Abb. 1) Bei komplizierten Bruchformen ist präoperativ häufig eine Computertomografie (CT) erforderlich.
Behandlungsmöglichkeiten
In Abhängigkeit von der Bruchform und dem Ausmaß der Verschiebung / Verkippung der Fragmente wird zwischen einer operativen und einer konservativen Therapie entschieden.
Einfache und nicht verschobene Brüche können ohne Operation behandelt werden. Hierbei erfolgt eine kurzfristige Ruhigstellung der Schulter in einem Spezialverband, woran sich spezielle,
schonende krankengymnastische Übungen anschließen. Zeigt sich von vorneherein ein verschobener oder Verkippter Bruch, so wird primär die operative Therapie gewählt.
Operationsverfahren
Je nach Art der Fraktur und in Abhängigkeit von den betroffenen anatomischen Strukturen am Oberarmkopf bzw. dem Oberarmschaft wird das entsprechende Operationsverfahren
gewählt. Bei komplexen Brüchen muss der Bruch in aller Regel offen (über einen Hautschnitt) rekonstruiert werden. Die Fixierung der Fraktur erfolgt über winkelstabile
Plattenimplantate oder über winkelstabile Marknägel, was individuell entschieden werden muss. Kommt es beim Bruch zu einer völligen Zerstörung des Oberarmkopfes,
kann auch die Erstversorgung mit einer Oberarmkopfprothese erforderlich werden.
(Abb. 2), (Abb. 3), (Abb. 4), (Abb. 5)
Nachbehandlung
In der Regel kann eine frühe krankengymnastische Übungsbehandlung nach der Operation begonnen werden, wobei der betroffene Arm frei bewegt werden darf. Eine Belastung
des Armes (Abstützen, schweres Tragen) sollte jedoch für 6 Wochen unterbleiben. Die intensive Fortsetzung der Krankengymnastik auch nach der Entlassung aus dem
Krankenhaus ist Voraussetzung für eine rasche Wiederherstellung der Beweglichkeit.

Abb. 3: Röntgenaufnahme nach Versorgung eines Oberarmkopfbruches mit Targon®-Nagel (a.p. Aufnahme).

Abb. 4: Röntgenaufnahme nach Versorgung eines Oberarmkopfbruches mit Targon®-Nagel (axiale Aufnahme).

Abb. 5: Röntgenaufnahme nach Erstversorgung eines Oberarmkopfbruches durch Prothese (Epoca®-Prothese).
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