Fallbezogene Patienteninformation
Einleitung
Die kurzen Wege und freundschaftlichen Umgangsformen kommen auch unseren Patienten zu gute. Gerade die schwierigen Versorgungsfälle, die die gebündelte
Expertise des Muskuloskeletalen Zentrums Hannovers benötigen könnten, profitieren davon - die Therapie wird optimiert, während Kosten reduziert werden
können.
Der enge Kontakt zwischen einem Fachkrankenhaus für Orthopädie und einer Klinik für Unfallchirurgie ergibt Synergien zum Beispiel in der Versorgung
von BG-Fällen, septischen Krankheitsbildern, Tumorerkrankungen und aufwendigen Revisionseingriffen, die sehr vorteilhaft sein können.
Ein Beispiel:

Abb. 1a: Präoperatives Röntgen der rechten Hüfte in zwei Ebenen. Im Bereich der betroffenen
rechten Hüftendoprothese hat der Verschleiß dazu geführt, dass der Kopf nicht mehr mittig in der Pfanne steht.

Abb. 1b: Ausgeprägte Zysten haben sich hinter dem Pfannenimplantat gebildet. Die Schrauben haben keinen Halt mehr. Der Prothesenanteil
im Oberschenkel erscheint unauffällig.
Im Fall eines 56-jährigen Patienten, der eine Hüfttotalendoprothese im Jahre 1997 erhalten hatte, wurde diese Kooperationsfähigkeit zwischen dem
Friederikenstift und dem Annastift unter Beweis gestellt.
Der Patient wurde primär im Friederikenstift gesehen und die Indikation zur Revisions-Operation gestellt. Die eingebrachte Pfanne war ausgeschlagen und es hatten
sich massive Zysten im angrenzenden Becken gebildet. (Abb. 1 a und b)
Nach Besprechung des Falls durch den Leitenden Oberarzt der Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie des Friederikenstifts, Herrn Dr. L. Herold und
dem Leitenden Oberarzt der Klinik I des Annastifts, Herrn Dr. H.-J. Winnecken, wurde eine gemeinsame Versorgung im Annastift für die beste Versorgungsform gehalten.
Es blieb unklar was den Operateur vor Ort erwarten würde - waren die Zysten Infektfolge oder Fremdkörperreaktion? - alle Therapieoptionen mussten vorgehalten
werden. So konnte schnell ein gemeinsamer Termin gefunden werden und im Rahmen einer mehrstündigen Operation eine optimale Versorgung des Patienten durch ein
Team aus dem Annastift und Friederikenstift gewährleistet werden.

Abb. 2: Nach Ausbau der Pfanne wurde der knöcherne Defekt mit Antibiotika-haltigem Knochenzement aufgefüllt ("weiße Wolke").

Abb. 3: Abschlusskontrolle zeigt die neue Pfanne und die darunter liegende Knochentransplantation im Bereich der ehemaligen Zysten.
In diesem ersten Eingriff wurde im Sommer diesen Jahres das gelockerte, verschlissene Implantat entfernt und der entstandene Defekt vorrübergehenden mit
Knochenzement aufgefüllt. (Abb. 2)
Der Patient erholte sich von dem Eingriff schnell und konnte unter Entlastung des betroffenen Beines mit dem eingebrachten Platzhalter nachhause entlassen werden.
Sechs Wochen später erfolgte im Rahmen eines Zweiteingriffes der Knochenaufbau, die Rekonstruktion des Pfannenbodens und der Einbau eines neuen
Hüftgelenkes. (Abb. 3)
Auch diese Behandlung ist zwischenzeitlich erfolgreich beendet worden. Der Patient befindet sich in der Anschlussheilbehandlung.
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