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Schulterinstabilität


Abb. 1: Röntgenaufnahme einer Schulterverrenkung (Luxation). Der Oberarmkopf ist nach vorne-unten ausgekugelt.
Abb. 2: Kernspintomografie (MRT) der Schulter mit Darstellung einer Verletzung der Gelenkkapsel und der Gelenklippe mit großem Gelenkerguss.
Abb. 3: Arthroskopische Ansicht nach Rekonstruktion der verletzten Gelenklippe und Kapsel bei Schulterinstabilität.

Allgemeines
Im Gegensatz zu den meisten anderen Gelenken ist das Schultergelenk anfälliger für Instabilitäten oder Verrenkungen (Luxationen), da es überwiegend durch die umgebenden Weichteile (Gelenkkapsel, Sehnen, Bänder , Muskulatur) und weniger durch die eigentliche Gelenkform stabilisiert wird. In über 90% der Fälle handelt es sich um eine Verrenkung des Oberarmkopfes nach vorne unten. Prinzipiell kann eine unfallbedingte (traumatische) Schulterluxation von einer anlagebedingten (habituellen) Schulterluxation unterschieden werden. Bei einer traumatischen Schulter-Erstluxation kommt es zu einer Dehnung / Einriss der Gelenkkapsel am vorderen Pfannenrand. Abhängig vom Lebensalter und der körperlichen Aktivität besteht ein erhöhtes Risiko, dass die Schulter erneut luxiert. Bei der anlagebedingten Schulterinstabilität kann es bereits im Rahmen von alltäglichen Belastungen zur Luxation kommen. Ursächlich ist hierbei im Gegensatz zur traumatischen Schulterluxation ein laxer Kapsel-Band-Apparat. Die Wahrscheinlichkeit für wiederkehrende Luxationen ist bei der anlagebedingten Form deutlich erhöht.

Diagnostik
Neben der eingehenden körperlichen Untersuchung werden immer Röntgenaufnahmen zum Nachweis / Ausschluss knöcherner Begleitverletzungen angefertigt. In Abhängigkeit vom Patientenalter erfolgt zusätzlich eine kernspintomografische Untersuchung zur weiteren Differenzierung der Verletzung. (Abb. 1), (Abb. 2)

Behandlungsmöglichkeiten
In Abhängigkeit vom Lebensalter und der körperlichen Aktivität kann man grundsätzlich die konservative und die operative Therapie unterscheiden. Bei der konservativen Therapie erfolgt zunächst nach der Reposition eine kurzfristige Ruhigstellung der Schulter und anschließend krankengymnastische Übungsbehandlung zur muskulären Stabilisierung der Schulter. Bei den operativen Verfahren unterscheidet man arthroskopische und offene Schulterstabilisierung. Wir favorisieren die arthroskopische Technik.

Bei jüngeren, sportlich aktiven Patienten nach traumatischer Schulter(Erst-)Luxation empfehlen wir die arthroskopische Stabilisierung. Bei der anlagebedingten Instabilität wird nach weiterer Differenzierung des Krankheitsbildes über die optimale Therapie entschieden.

Vorbereitung zur Operation
Krankengymnastik zum Muskelaufbau sowie ein möglichst freies Bewegungsausmaß sind günstige Voraussetzungen für die Operation.

Operationsverfahren
Bei der arthroskopischen Operation (Schulterspiegelung) wird die abgelöste Gelenkkapsel über sogenannte Fadenanker am vorderen knöchernen Pfannenrand refixiert. (Abb. 3) Offene Schulterstabilisierungen sind heutzutage eher selten notwendig, jedoch im Einzelfall, insbesondere bei der anlagebedingten (habituellen) Form notwendig.

Nachbehandlung
Nach operativer Stabilisierung der Schulter wird diese in einem speziellen Schulter-Arm-Verband am Oberkörper fixiert. Damit der rekonstruierte Kapsel-Bandapparat einheilen kann, wird die Ruhigstellung innerhalb der ersten drei Wochen nach der Operation durchgeführt. Im Anschluss erfolgt Krankengymnastik und Muskelaufbautraining zur Erzielung einer zunehmend freien Funktion. Kontakt- und Ballsportarten sollten jedoch in den ersten 6 Monaten nach der Operation nicht durchgeführt werden.