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Riss des vorderen Kreuzbandes


Abb. 1: MRT des Kniegelenkes mit Darstellung eines intakten vorderen Kreuzbandes. Die Pfeile deuten auf das intakte vordere Kreuzband.
Abb. 2: MRT des Kniegelenkes mit Darstellung eines gerissenen vorderen Kreuzbandes. Die Konturen des Kreuzbandstumpfes sind hervorgehoben, der Pfeil deutet auf den Riss.

Allgemeines
Das vordere Kreuzband zählt zusammen mit dem hinteren Kreuzband und den Seitenbändern zu den wichtigsten Stabilisatoren des Kniegelenks. Kreuzbandverletzungen betreffen wesentlich häufiger das vordere Kreuzband. Sie können isoliert oder in Kombination mit anderen Verletzungen am Kniegelenk (Meniskus-, Knorpel- oder Bandverletzungen) auftreten. Unbehandelt kann sich eine chronische Instabilität des Kniegelenkes entwickeln, welche zu einem vorzeitigen Verschleiß und Folgeschäden (Meniskusriss, Knorpelschaden) führen kann. Deshalb ist man heute der Auffassung, dass das Kniegelenk möglichst schnell stabilisiert werden sollte. Der optimale Versorgungszeitpunkt sollte, vorausgesetzt, dass keine Begleitverletzungen vorliegen, etwa 6 Wochen nach dem Unfall gewählt werden.

Diagnostik
Die Diagnose einer vorderen Kreuzbandruptur ergibt sich aus dem Unfallhergang, der klinischen Untersuchung sowie einer kernspintomografischen Untersuchung (MRT). (Abb. 1), (Abb. 2)

Vorbereitung zur Operation
Ideale Voraussetzungen für eine operative Therapie sind ein weitgehend freies Bewegungsausmaß des betroffenen Kniegelenkes und ein vorangegangenes Muskelaufbautraining.

Operationsverfahren
Wie die meisten Gelenkverletzungen werden heutzutage auch Kreuzbandverletzungen arthroskopisch (Gelenkspiegelung) behandelt. Ein durch direkte Naht wiederhergestelltes Kreuzband ist in den allermeisten Fällen nicht ausreichend belastbar, so dass die Ersatzplastik mit körpereigenem Sehnenmaterial favorisiert wird. Das für die Implantation entsprechend vorbereitete Transplantat wird über Bohrkanäle durch den Schienbeinkopf in den Oberschenkel (entlang des ursprünglichen Kreuzbandverlaufes) eingezogen und fixiert. (Abb. 3), (Abb. 4), (Abb. 5)

Nachbehandlung
Die Fixierung erlaubt eine frühe postoperative krankengymnastische Beübung des Kniegelenkes, so dass bereits ab dem 5. Tag bis 90° gebeugt werden darf. Zur Sicherstellung eines guten Einheilen des Transplantates müssen Sie innerhalb der ersten 6 Wochen eine Bewegungsschiene (Abb. 6) konsequent tragen, welche Ihnen bereits im Krankenhaus angepasst wird. Bei beruflicher oder sportlicher Aktivität sollte die Schiene bis zu 16 Wochen getragen werden. Nach Rücksprache mit Ihrem Weiterbehandelnden Arzt dürfen Sie ab der 7. Woche leichtere Sportarten wieder ausüben (Schwimmen, Fahrradfahren, Laufband). Kontakt- und Ballsportarten sollten jedoch in den ersten 6 Monaten nach der Operation nicht durchgeführt werden.



Abb. 3: Arthroskopische Sicht auf einen alten Riss des vorderen Kreuzbandes. Das gerissene Kreuzband ist bereits vernarbt.

Abb. 4: Röntgenbild des Kniegelenkes mit schematischer Darstellung der Bohrkanäle für die Ersatzplastik des vorderen Kreuzbandes.


Abb. 5: Arthroskopische Sicht auf das fixierte Transplantat nach Ersatz des vorderen Kreuzbandes.

Abb. 6: Beispiel einer Knieorthese, die nach Ersatzplastik des vorderen Kreuzbandes benötigt wird.