Heuschnupfen
So hat die Immuntherapie geholfen

Wie ihn regelmäßige Spritzen von seiner lästigen Allergie befreit haben, erzählt ein Redakteur der Apotheken Umschau

„Du schnarchst“, teilt mir meine Frau eines Morgens beim Frühstück mit. „Wenn das so weitergeht, schläfst du auf der Gästecouch.“

Die Drohung treibt mich in die Sprechstunde von Dr. Heike Weikert, HNO-Ärztin. Sie hat schnell die wichtigsten Ursachen für den geräuschvollen Schlummer ausgeschlossen: Weder bin ich übergewichtig noch gehe ich allabendlich angetrunken zu Bett. Gezielte weitere Fragen bringen sie auf die Allergie-Spur. „Seit ich ein Kind bin, habe ich eine Pollenallergie“, gebe ich zu. „Wenn Sie das ganze Jahr schnarchen, liegt das kaum an den Pollen. Aber vielleicht sind Sie ja außerdem auf Hausstaubmilben allergisch“, vermutet Dr. Weickert.

Um das herauszufinden, folgt ein Allergietest. Bei Hasel, Erle, Birke, bei den Gräsern und bei den Hausstaubmilben bilden sich Erhebungen auf der Haut, als hätte mich eine Pferdebremse gestochen. Letzte Sicherheit bringt der nasale Provokationstest. Dr. Weickert gibt einen winzigen Tropfen Allergenlösung in meine Nase. Die Niesattacke, die das auslöst, beweist, dass ich wirklich allergisch bin.

Eine Milbenallergie also ist die Ursache meiner nächtlichen Schnarchattacken. „Damit muss heute niemand leben“, sagt Dr. Weickert. Das Immunsystem kann umprogrammiert werden: durch Injektionen winziger Mengen Allergen- Extrakt.

Die Umprogrammierung fordert etliche Stunden meiner freien Zeit. Außerdem gilt es bei der Planung zu bedenken, dass Sport am Tag der Behandlung tabu ist. Zu groß ist die Gefahr, dass der Kreislauf überlastet wird.

Also lege ich die Behandlungen auf meinen sportfreien Donnerstag. Der Allergenextrakt ist zwar schnell und praktisch schmerzlos unter die Haut gespritzt. Nerviger ist die Wartezeit von 30 Minuten nach jeder Injektion, damit ärztliche Hilfe in der Nähe ist, wenn sich eine schwere allergische Reaktion einstellt.

Nach sechs Monaten hat mein Immunsystem gelernt, dass es nicht mit massiver Histaminausschüttung reagieren muss, wenn Milben, Haselpollen oder Gräser in der Nähe
sind. Von der Haselblüte habe ich kaum etwas mitbekommen, ich freue mich schon auf den Spaziergang über blühende Sommerwiesen.

Aber die Hauptsache ist: Der Gästecouch bin ich entgangen.

ApothekenUmschau

(Bildnachweis: Foto:W&B/Fischer)

 

 

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