Lust auf Kneipp?
Tipps für die Kur zu Hause
Wassergüsse lindern viele Beschwerden und können auch daheim angewendet werden
Bevor Sie Kneipp-Anwendungen zu Hause machen, sollten Sie aber mit Ihrem Arzt klären, ob dieses Naturheilverfahren eine geeignete Therapie für Sie ist. Achten Sie außerdem darauf, dass Sie sich durch die Anwendungen nicht überanstrengen. Zwischen zwei Güssen sollte deshalb immer eine Pause von zwei Stunden liegen. Vor Kaltanwendungen müssen die Stellen, die behandelt werden, warm sein. Sie dürfen nicht frieren.
1. Knieguss
Regt den Kreislauf an, schafft eine bessere Durchblutung, erfrischt müde Beine. Ideal bei Krampfadern. Hilft abends beim Einschlafen.
Was brauche ich?
Eine Handbrause mit abgeschraubtem Duschkopf. Das Wasser sollte zwischen 12 und 18° C haben.
So geht‘s
Den Wasserstrahl vom Fußrücken des rechten Beines beginnend an der Außenseite des Beines langsam aufwärts führen bis eine Handbreit über das Knie. Dort den Wasserstrahl einige Sekunden lang um das Bein herum führen, so dass das Wasser wie eine zweite Haut abfließt. Dann den Strahl an der Innenseite wieder abwärts führen. Knieguss am linken Bein wiederholen. Pro Bein nochmals wiederholen und zum Abschluss die Fußsohlen begießen. Danach das Wasser abstreifen und durch Bewegung die Beine erwärmen oder Wollstrümpfe anziehen. Eine Steigerung des Kniegusses ist der Schenkelguss. Bei ihm wird das Wasser bis zur Höhe der Leistenbeuge geführt.
2. Wechselfußbad
Hilft bei beginnender Erkältung und hohem Blutdruck (wenn es der Arzt erlaubt). Verbessert die Durchblutung, jedoch nur bei leichten Durchblutungsstörungen anwenden. Halten Sie vorher Rücksprache mit Ihrem Arzt.
Was brauche ich?
Zwei Fußbadewannen oder große Eimer, jeweils mit warmem (36–38 °C) und kaltem (18–20 °C) Wasser gefüllt. Prüfen Sie die Temperatur mit einem Wasserthermometer.
So geht‘s:
Setzen Sie sich auf einen
festen Stuhl, und baden Sie die Füße 5 Minuten in
dem warmen Wasser, danach für 10 Sekunden ins kalte Wasser tauchen. Wiederholen Sie den Vorgang. Für eine stärkere Wirkung geben Sie Badezusätze wie Heublumen oder Rosmarin ins warme Wasser. Nach dem Fußbad das Wasser abstreifen, Wollstrümpfe anziehen und durch Gehen die Füße wieder erwärmen.
3. Gesichtsguss
Erfrischt bei Abgeschlagenheit, beruhigt ein nervöses Herz, kann Kopfschmerzen lindern. Die Haut wird stärker durchblutet.
Was brauche ich?
Eine Handbrause mit abgeschraubtem Duschkopf.
So geht‘s:
Beugen Sie sich über die Badewanne, und legen Sie sich ein Handtuch um den Hals. Beginnen Sie an der rechten Schläfenseite, von dort über die Stirn, und umkreisen Sie zwei bis dreimal langsam das Gesicht. Danach Quergießungen neben der Nase rechts beginnend zu den Wangenknochen hin. Die Stirn aussparen, links wiederholen. Zum Abschluss das Gesicht umkreisen. Augen während der Anwendung schließen. Nach dem Guss leicht abtrocknen.
4. Kräuterbad
Ein Bad im warmen, mit Kräuterölen versetzten Wasser entspannt. Durchblutungsfördernd wirken z.B. Rosmarin, Heublume oder Wacholder. Melisse oder Fichtennadel beruhigen und fördern den Schlaf. Bei Erkältungskrankheiten hilft Eukalyptus. Bei Herzschwäche, Bluthochdruck, fieberhaften Erkrankungen und Hautproblemen, sollten Sie vorher mit Ihrem Arzt sprechen.
So geht‘s:
üllen Sie Ihre Wanne so weit mit 36–38 °C warmem Wasser, dass es Ihnen etwa bis zur Brustmitte reicht. Geben Sie den Badezusatz dem einlaufenden Wasser zu. Baden Sie nicht länger als 20 Minuten, und stehen Sie langsam auf. Machen Sie eventuell kurz einen kalten Schenkel- oder Fußsohlenguss. Das erhält die Wärme und stabilisiert den Kreislauf. Ruhen Sie danach etwa eine Stunde im Bett.
Senioren Ratgeber
(Bildnachweis: Foto: W&B/ Bernhard Huber)
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