Kopfschmerz und Migräne
Nicht zu oft zur Tablette greifen

Wie Sie Kopfschmerzen selbst behandeln können, wann Sie
unbedingt zum Arzt gehen sollten

Viele Patienten behandeln ihre Kopfschmerzen mit freiverkäuflichen Schmerzmitteln selbst. Bei den häufigsten Kopfschmerzarten (Migräne, Spannungs- Kopfschmerzen oder einer Kombination aus beidem) sei dagegen auch nichts einzuwenden, sofern die Betroffenen mit ihrer Selbstbehandlung gut zurecht kommen, sagt die Deutsche Migräne- und Kopfschmerz- Gesellschaft (DMKG). Allerdings warnen die Experten eindringlich davor, zu häufig Tabletten zu schlucken. Denn was wenige Patienten wissen: Schmerz- und Migränemittel können selbst zum Auslöser von Kopfschmerzen werden. Schon ein Prozent der Bevölkerung leide an diesem „Kopfschmerz durch Medikamenten-Übergebrauch“, so die DMKG.

Maximal 3 Tage hintereinander, maximal 10 Tage pro Monat
„Das Risiko, einen Kopfschmerz durch Übergebrauch von Medikamenten zu bekommen“, betonen die DMKG-Experten, „besteht unabhängig davon, welcher Wirkstoff enthalten ist und ob es sich um ein Präparat mit nur einem oder mehreren Wirkstoffen handelt.“ Wichtiger als die Zusammensetzung der Präparate ist die Häufigkeit ihrer Einnahme. Deshalb empfiehlt die DMKG grundsätzlich alle Kopfschmerz- und Migränepräparate nicht länger als drei Tage hintereinander und nicht häufiger als an zehn Tagen pro Monat anzuwenden.

Wann ein Arztbesuch erforderlich ist
In bestimmten Fällen ist es unbedingt ratsam, zum Arzt zu gehen und die Beschwerden abklären zu lassen.

Wenn Kopfschmerzen

– täglich oder fast täglich auftreten
– mit weiteren Symptomen wie Lähmungen, Gefühls-, Seh-, Gleichgewichtsstörungen,
Augentränen oder starkem Schwindel einhergehen
– mit psychischen Veränderungen wie Störungen des Kurzzeitgedächtnisses oder
Störungen der erstmals im Alter von über 40 Jahren auftreten
– in ihrer Intensität, Dauer und/oder Ort unüblich sind
– erstmals während oder nach körperlicher Anstrengung auftreten, sehr stark sind
und in den Nacken ausstrahlen
– von hohem Fieber begleitet sind
– nach einer Kopfverletzung, etwa einem Sturz auftreten
– trotz Behandlung an Häufigkeit, Stärke und Dauer zunehmen
– zusammen mit einem epileptischen Anfall und Bewusstlosigkeit auftreten
– nicht mehr auf die bisher wirksamen Medikamente ansprechen

Auch Schmerzen im Gesicht sollten stets von einem Arzt abgeklärt werden, ebenso Kopfschmerzen bei Kindern. Üblicherweise ist der Hausarzt zunächst der beste Ansprechpartner. Danach ist zu entscheiden, ob ein Spezialist hinzu gezogen werden muss.

Nicht nur Chemie hilft weiter
Grundsätzlich empfiehlt die DMKG allen Patienten, die häufiger unter Kopfschmerzen leiden, zusätzlich nicht-medikamentöse Strategien einzusetzen, um Häufigkeit und Stärke der Beschwerden zu beeinflussen. Wichtig ist beispielsweise regelmäßiger Ausdauersport, etwa Joggen oder Radfahren. Hilfreich ist auch die progressive Muskelentspannung nach Jacobson. Bei psychologischen Schmerztherapeuten können Patienten darüber hinaus Methoden zur Stress- und Schmerzbewältigung, kognitive Techniken sowie Biofeedback-Methoden erlernen.

Hier können Sie nachlesen
Alle Empfehlungen der Deutschen Migräne- und Kopfschmerz- Gesellschaft auch zu den verschiedenen Wirkstoffen finden Sie unter www.dmkg.de (unter dem Stichwort „Patienten").

idw/DMKG/GesundheitPro.de

(Bildnachweis: Foto: Banana Stock)

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