Bluthochdruck
Infarkt droht, wenn das Wetter umschlägt

Temperatur-Schwankungen und Luftdruckveränderungen setzen dem Herz weit mehr zu als angenommen

Die Einflüsse des Wetters auf die Herzgesundheit ist bisher offenbar unterschätzt worden, sagten französische Experten auf dem Jahreskongress der Europäischen Kardiologengesellschaft (ESC) in München. Jetzt hat ein Forscherteam von der Universitätsklinik Dijon (Frankreich) rund 750 Fälle von Herzinfarkt untersucht und erstmals klare Zusammenhänge zwischen Temperatur, Luftdruckveränderung und der Herzinfarkt-Häufigkeit nachgewiesen. Wichtig für Betroffene: Hochdruck-Patienten sind weitaus empfindlicher gegenüber Wettereinflüssen und damit stärker Infarkt-gefährdet als die Durchschnittsbevölkerung.

Risiko bei Kälteeinbruch und Bluthochdruck verdoppelt
Fazit der in Zusammenarbeit mit dem regionalen Herzinfarkt-Register „RICO“ durchgeführten Untersuchung: Sinken die Temperaturen unter minus vier Grad Celsius, steigt die Häufigkeit akuter Herzinfarkte deutlich an. Am meisten betroffen sind Menschen, die unter Bluthochdruck ("Hypertoniker") leiden: Bei ihnen verdoppelt sich das Infarkt-Risiko bei derartigen Kälteeinbrüchen. Um 62 Prozent steigt die Herzinfarktgefahr bei Personen mit Bluthochdruck, wenn die Temperaturen sich von einem Tag auf den nächsten um mehr als fünf Grad auf oder ab verändern.

Schwankender Luftdruck: Für alle ungesund
Stieg oder sank das Barometer um mehr als acht Druck-Messeinheiten, beobachteten die französischen Wissenschafter Spitzen in der Infarkt-Häufigkeit – und zwar bei Hypertonikern und Nicht-Hypertonikern in gleicher Weise.

In früheren Studien mit weit höheren Fallzahlen aus dem ALKK-Register in Ludwigshafen ließen sich die genannten Zusammenhänge nicht bestätigen.

idw/GesundheitPro

(Bildnachweis: © 2004 W&B und Lizenzgeber. Alle Rechte vorbehalten.)

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