Sanfte Säuren
AHA-Effekt für die Haut

Was haben Eselsmilch, Rotwein und Zitronen gemeinsam? Sie enthalten Säuren, die in passender Rezeptur die Haut glatter und straffer machen.

Die sagenhafte Kleopatra soll in Esels- und Stutenmilch gebadet haben, um ihre Haut rosig und glatt zu halten. Auch wohlhabende Römerinnen schätzten das „weiße Bad“. Wer keinen Stall voll Esel sein Eigen nannte, konnte sich mit Rotwein einreiben, das hatte einen ähnlichen Effekt.

Was die Schönheiten vergangener Zeiten nicht wussten: Milch- und Weinsäure waren es, die ihre empfindliche Haut so zart machten. In den siebziger Jahren schließlich erforschten die Wissenschaftler Eugene van Scott und Ruey Yu den Einfluss von Fruchtsäuren – abgekürzt „AHA“ für „Alpha Hydroxy Acids“ – auf die Haut. Die Forscher entdeckten, dass die Säuren die Hornschicht der Haut auflockern. In höherer Konzentration lösen sie die oberste Hautschicht ab.

Die neue, schnell nachwachsende Oberhaut ist straffer, feiner strukturiert und mit einer zarteren Hornhaut versehen. Die Fruchtsäuren beseitigen Verhornungen und Pigmentflecken. Ein weiteres Plus: Die Säuren sind leicht zu gewinnen – aus Äpfeln, Trauben, Zitronen, Ananas, Kiwis, Passionsfrüchten und Zuckerrohr.

Doch Vorsicht: Empfindlicher Haut geben die hoch konzentrierten Fruchtsäuren reichlich
Saures: Sie rötet sich, brennt, kann sich entzünden und sogar Blasen bilden. Weil der Grat zwischen Nutzen und Schaden schmal ist, wurden Fruchtsäurepräparate zuerst nur medizinisch genutzt: Sie tragen bei Verhornungsstörungen der Haut die übermäßigen Hornschichten ab, öffnen bei Akne entzündete Mitesser oder durchfeuchten extrem trockene Haut. Solche tief in die Haut reichenden Schälkuren (dermale Peelings) gehören nur in die Hände erfahrener Ärzte.

Im Jahr 1992 kam das erste „Soft-Peeling“ heraus. Diese sanften Fruchtsäure- Präparate eignen sich gut für kosmetische Zwecke. Sie verfeinern die Hornschicht, glätten winzige Fältchen und schädigen nicht die Haut darunter.

Heute gibt es AHA-Produkte für die verschiedensten Pflegebereiche in Ihrer Apotheke. Und niemand muss mehr einen Stall voll Esel halten.

Ein kleiner Steckbrief für sanfte Säuren:
Kosmetische Bezeichnung: Alpha-Hydroxysäuren, Weinsäure, Milchsäure, Zitronensäure, Glykolsäure
Gewinnung: aus Früchten, teils biotechnologisch
Äußerliche Wirkung: abhängig von Konzentration und
Säuregehalt: schälend, hornschichtlösend, dadurch hautglättend und -straffend, außerdem feuchtigkeitsbindend
Kosmetische Anwendung:Softpeelings und -masken, epidermale (nur Oberhaut) und dermale (tief gehende) Peelings, Feuchtigkeitscremes; Gesichtswässer, Körperlotionen

Baby und die ersten Lebensjahre

(Bildnachweis: Foto: Stockbyte)

 

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