Pflege für die Dritten
Waschen, Bürsten, Spülen
Rund 30 Prozent der Erwachsenen im Rentenalter lächeln ohne Angst vor Karies. Intensive Pflege brauchen dritte Zähne trotzdem
Zwar können künstliche Zähne nicht an Karies erkranken. Dennoch ist es notwendig, auch sie regelmäßig zu reinigen. Andernfalls können sich Beläge bilden, die ein idealer Nährboden für Bakterien und Keime sind. Mögliche Folgen sind beispielsweise Mundschleimhautentzündungen, Schäden an noch vorhandenen eigenen Zähnen oder Mundgeruch.
Widmen Sie also Ihrer Prothese jeden Tag ein paar Minuten Zeit:
– Mindestens einmal täglich – am besten jedoch nach jeder Mahlzeit – sollte die Prothese unter fließend lauwarmem Wasser von allen Seiten gründlich gereinigt werden. Dazu eignen sich eine weiche Zahnbürste oder eine spezielle Prothesenzahnbürste. Durch deren besondere Form und die Anordnung der Borsten lassen sich damit auch die etwas schwerer zugänglichen Flächen leicht reinigen. Wenn Sie unterwegs sind und keine Bürste zur Hand haben, spülen Sie die Prothese nach dem Essen unter fließendem Wasser gründlich innen und außen ab.
– Damit die Prothese „im Falle eines Falls“ nicht zu Bruch geht, lassen Sie vor der Reinigung Wasser ins Waschbecken laufen, oder legen Sie ein weiches Frotteehandtuch hinein
– Verwenden Sie für die Reinigung milde Zahnpasta oder Gel. Alternativ eignet sich ein mildes, flüssiges Geschirrspülmittel, wie es zum Abwaschen von Hand benutzt wird. Aber Achtung: Verwenden Sie kein Geschirrspülmittel für Spülmaschinen oder Haushaltsreiniger!
– Zwei- bis dreimal pro Woche sollten Sie die Prothese in einem Bad desinfizieren, also keimfrei machen. Dazu eignen sich handelsübliche Prothesen-Reinigungstabletten, die in einem Glas Wasser aufgelöst werden. Lassen Sie sich bei der Auswahl in Ihrer Apotheke beraten, denn zu aggressive Reinigungstabletten können der Prothese auf Dauer schaden. Statt einer Reinigungstablette können Sie auch gebrauchsfertige Chlorhexidinlösung aus der Apotheke verwenden. Wichtig: Das Desinfizieren der Prothese kann die mechanische Reinigung mit der Bürste nicht ersetzen!
– Kaffee, Tee, verschiedene Medikamente oder Nikotin können Verfärbungen der Prothese verursachen. Durch häufigeres Reinigen lassen sich diese weitgehend vermeiden. Hartnäckige Verfärbungen und Beläge können im Zahnlabor mit speziellen Verfahren entfernt werden
– Versuchen Sie keinesfalls, die Prothese mit scharfen Gegenständen zu säubern oder sie bei Beschädigungen selber zu reparieren
– Nach der Reinigung können Sie Mund und Prothese mit Mundwasser spülen, was ein angenehmes Frischegefühl bewirkt.
Tipp: Frisch angepasste Prothesen können in den ersten Tagen Reizungen und Druckstellen verursachen. Bei kleineren Rötungen der Mundschleimhaut helfen spezielle Zubereitungen mit Kamille, Salbei oder Medizinalrhabarber.
Bei anhaltenden schmerzhaften Druckstellen muss der Zahnarzt die Prothese an den entsprechenden Stellen nachbearbeiten.
(Bildnachweis: Foto: W&B/ Schwerberger)
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