Wach trotz Narkose
Monitor schlägt Alarm
Eine Horrorvorstellung: Wach werden während einer Operation.
Ein spezieller Monitor soll das verhindern.
Der so genannte BIS Monitor ermittelt, ob der Patient während eines Eingriffs womöglich zu munter wird. Das Gerät könnte die Zahl solcher unerwünschten Ereignisse um bis zu 80 Prozent reduzieren. Das zeigte ein groß angelegter internationaler Test. Der Monitor wird bereits in einigen amerikanischen Krankenhäusern zur Überwachung der Tiefe der Anästhesie eingesetzt. Die australische Studien-Leiterin Kate Leslie empfiehlt das Gerät auf jeden Fall für jene rund fünf Prozent der Operationen, bei denen das „Wachheits- Risiko“ besonders hoch ist.
Böses Erwachen – zum Glück sehr selten
Bei rund einer von 1.000 Operationen mit Narkose können sich die Patienten hinterher an den Eingriff erinnern: an Gespräche der Operateure, an die Operation selbst oder an die Schmerzen. Glücklicherweise sind solche Erinnerungen meistens nur kurz und auch nicht besonders belastend. Für manche Patienten jedoch wird die Erfahrung zu einem Albtraum.
Der Wachheitsindex verrät: Schläft der Patient?
Beim BIS Monitor handelt es sich um eine Art Elektroenzephalogramm (EEG). Mittels einer Elektrode an der Stirn zeichnet das Gerät elektrische Aktivitäten im Gehirn des Patienten auf. Sie werden unter anderem vom Bewusstseins- Zustand und damit auch von der Narkose beeinflusst. Der Monitor nutzt ein standardisiertes mathematisches Verfahren zur Auswertung der Messkurven und berechnet daraus einen Wachheitsindex. Der Wert 100 bedeutet: hell wach. Der für Narkosen empfohlene Wert liegt zwischen 40 und 60.
Monitor – besser als der Anästhesist
Für den Versuch beobachteten Myles und Leslie 2.500 Patienten, die in 24 verschiedenen Krankenhäusern in Australien, Neuseeland, Großbritannien und Hongkong operiert wurden. Alle Teilnehmer hatten ein erhöhtes Risiko, bei der OP wach zu werden. Mittels Zufallsprinzip wurde ein Teil der Patienten mit dem BIS Monitor überwacht. Beim anderen Teil wurde auf Warnsignale für ein unerwünschtes Erwachen geachtet: Schwitzen, Bewegungen, Ansteigen von Blutdruck und Herzschlag. Die Teilnehmer wurden vier Stunden, einen Tag und 30 Tage nach der Operation befragt. Elf Patienten der normal überwachten Gruppe erfuhren Wachzustände, dagegen nur zwei aus der monitor- überwachten Gruppe.
Detaillierte Forschungs- Ergebnisse sollen laut NewScientist in Kürze in dem Fachmagazin „The Lancet“ veröffentlicht werden.
pressetext.at/GesundheitPro.de
(Bildnachweis: Foto: Brand X Pictures)
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