Preisbildung
Wie setzt sich der Preis zusammen? Früher war der Preis von Jahreszeit und Nachfrage abhängig. Mittlerweile ist dies nicht mehr so. Jetzt wird er allein von der Börse bestimmt, sodass wir dreimal täglich neue Heizölpreise erhalten.
Öl ist eine der wichtigsten Handelswaren und wird weltweit an Rohstoffbörsen gehandelt.
Öl ist als Rohstoff eine der wichtigsten Handelswaren und wird weltweit an Rohstoffbörsen gehandelt. Viele Faktoren haben dabei Einfluss auf den Rohölpreis: Neben dem weltweiten Markt, sowie der erwarteten Entwicklung von Angebot und der Nachfrage, können beispielsweise auch geopolitische Probleme und die Auslastung von Förder- und Verarbeitungskapazitäten den Ölpreis mitbestimmen. Hinzu kommt noch der Einfluss der Finanzmärkte auf die Ölpreise.
Die Rohölpreise wirken sich dann unmittelbar auf den Heizölpreis aus: Steigt der Rohölpreis, schießen die Heizölpreise meist auch in die Höhe. Erwartungsgemäß können die Ölheizungsbetreiber sich jedoch darauf verlassen, dass bei nachgebenden Rohölnotierungen auch die Heizölpreise wieder fallen.
Der Staat kassiert mit - Zusammensetzung des Bruttopreises von Heizöl EL
Preisbestandteile
Der Heizölpreis setzt sich aus dem Produktenpreis, der Mineralöl- und Mehrwertsteuer sowie dem Deckungsbeitrag zusammen. Nach Angaben des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV) betrug der bundesdurchschnittliche Heizölpreis für Privatkunden im Juni 2010 bei einer Abnahme von 3.000 Litern 67,0 Cent pro Liter. Davon entfielen schon allein 45,0 Cent auf den reinen Produktenpreis. Abzüglich der Mineralölsteuer von 6,1 Cent und die Mehrwertsteuer von 10,7 Cent verblieb dem Mineralölhandel also ein Deckungsbeitrag von nur 5,2 Cent.
Lediglich dieser Deckungsbeitrag kann demnach vom Mineralölhandel beeinflusst werden. Ihm unterliegen unter anderem die Kosten für Transport, Lagerhaltung, gesetzliche Bevorratung, Personal, Vertrieb und Verwaltung sowie der Aufwand für Neu- und Ersatzinvestitionen. Als Gewinn bleibt dann nur Bruchteil des tatsächlichen Preises übrig. Der Produktenpreis hingegen richtet sich ausschließlich nach der Entwicklung auf den internationalen Ölmärkten. Hier regeln Angebot und Nachfrage den Preis des Heizöl und das wirkt sich positiv für die Verbraucher aus, denn der Kunde profitiert vom Wettbewerb der rund 3.500 meist mittelständischen Heizölanbieter.
Mineralösteuer
Im Energiesteuergesetz ist festgelegt, dass für Heizöl EL eine Mineralölsteuer erhoben wird. Seit dem 1. Januar 2009 wird schwefelarmes Heizöl gegenüber der Standardsorte steuerlich begünstigt. Diese Steuerspreizung stellt eine richtungsweisende Förderung des umweltschonenden und schwefelarmen Brennstoffes durch die Bundesregierung dar. Schwefelarmes Heizöl wird daher mit 6,1 Cent besteuert, wohingegen der Steuersatz für das Standardheizöl bei 7,6 Cent pro Liter liegt. Hinzu kommt noch die Mehrwertsteuer, die auch auf den Mineralölsteuerteil erhoben wird.
Preisentwicklung
Heizöl ist ein vergleichsweise günstiger Brennstoff. Die ermittelte durchschnittliche Preisentwicklung der bedeutendsten Heizenergien in Deutschland zeigt, dass sich daran auch in den letzten Jahren nichts geändert hat.
Erdgas und Heizöl
Beim Brennstoffkostenvergleich war Heizöl in den vergangenen zehn Jahren (2000 bis 2009) im Bundesdurchschnitt rund 19 Prozent günstiger als Erdgas.
Verbraucher können sich über den aktuellen Tagespreis für Heizöl beim örtlichen Mineralölhandel erkundigen. Zusätzlich werden die regionalen Heizölnotierungen in vielen Tageszeitungen abgedruckt. Infos zu der Heizölpreisentwicklung sind auch im Internet zu finden.
Quelle der Grafiken
IWO-Berechnungen bis Dezember 2002 auf Basis der Daten des Statistischen Bundesamtes, Fachserie 17, Reihe 7 und Internet-Zeitreihenservice (www.statistik-bund.de), alte Bundesländer, bei Abnahme von 3.000 Liter Heizöl bzw. 2.300 kWh (Hs) Erdgas/Monat. Ab Januar 2003 auf Basis der Erhebungen des "Brennstoffspiegel" bei Abnahme von 3.000 Liter Heizöl EL bzw. 33.540 kWh (Hs) Erdgas/Jahr inklusive Grundpreis.
Pauschale Vollkostenvergleiche kaum aussagekräftig
Ein Gesamtkostenvergleich zwischen der Ölheizung und anderen Heizsystemen lässt sich nur aus Ihrer individuellen Situation heraus berechnen. Dazu sind die laufenden Energie- und Betriebskosten mit den einmaligen Kosten für die Anlagentechnik und deren Installation in Relation zu setzen.
