Um das Thema Hypnose ranken sich viele Mythen und irrige Annahmen. Einige davon möchte ich an dieser Stelle auflösen.
Zunächst wird der Begriff Hypnose im allgemeinen Sprachgebrauch nicht ganz richtig verwendet. Eigentlich ist Hypnose „nur“ die Technik und Trance der Zustand in den man durch Hypnose gelangt. Es ist keinesfalls so, dass Sie in der Hypnose weggetreten sind und fremdgesteuert werden können. Sie können sich anschließend an Alles was gesprochen wurde erinnern. Sie machen außerdem auch nichts, was gegen Ihre persönlichen moralischen und ethischen Einstellungen verstößt.
Jeder von uns ist sowieso jeden Tag mehrfach in Hypnose, einfach so, ganz von alleine. Zum Beispiel in dem Moment in dem wir einschlafen. Normalerweise „funken“ unser Unterbewusstsein und unser Bewusstsein auf unterschiedlichen Frequenzen, damit sie sich nicht in die Quere kommen. Über 80 Prozent dessen, was wir jeden Tag machen, machen wir nicht bewusst sondern unbewusst. Es wurde einmal erlernt, als richtig akzeptiert und abgespeichert. Stellen Sie sich vor, Sie müssten alles bewusst entscheiden. Beim Laufen müssten Sie jeden Schritt ganz bewusst entscheiden, wie Sie ihn machen wollen. Mit links oder rechts? Wie schnell und wie weit trete ich? Also übernimmt diese Dinge unser „Autopilot“ – das Unterbewusstsein.
Kurz vorm Einschlafen ist es so, dass das Bewusstsein seine Tätigkeit stark einschränkt, der Herzschlag verlangsamt sich, der Blutdruck sinkt, die Atmung wird ruhiger. Unser Bewusstsein geht sozusagen auf Sparmodus. Das Unterbewusstsein hingegen wird aktiver, da es während wir schlafen ja ganz maßgeblich dafür verantwortlich ist, das wir das Atmen nicht vergessen und unser Herz weiterschlägt. Außerdem ist es für das Sortieren und Abspeichern der Tageserlebnisse zuständig. In dieser Phase des Einschlafens nähern sich also Bewusstsein und Unterbewusstsein deutlich an und eine Kommunikation kann stattfinden. Diesen Zustand stellen wir durch die Hypnose her.
Es gibt kein allgemeingültiges Gefühl für den Zustand während der Hypnose. Mögliche Wahrnehmungen während der Hypnose:
Weiterhin ist es so, dass Sie selbst die Dauer der Hypnose bestimmen. Sie können den Zustand jederzeit von alleine beenden. Sie nehmen keine „posthypnotischen
Befehle“ an, die gegen Ihre moralischen und ethischen Grundeinstellungen verstoßen. Sage ich Ihnen z.B. „Gehen Sie zu Ihrem Nachbarn und verhauen sie
ihn.“ Dann werden Sie das nicht tun, wenn es nicht schon immer Ihr sehnlichster Wunsch war das zu machen.
Aus diesem Grund ist unser Vorgespräch ganz wichtig. Es wird vorab genau besprochen, was passieren soll und darf.
Sie sehen, es gibt keinen Grund Angst zu haben.
Die Hypnose ist jedoch kein „Allheilmittel“.
Wer also denkt: „ Ich mach‘ ein nettes Nickerchen, der Hypnotiseur quatscht ein bisschen,
verstreut ein wenig Sternenstaub und alles wird ganz von alleine gut!“ – Leider Nein!
Aber die Hypnose ist ein phantastisches Werkzeug um an Problemen zu arbeiten, die wir nicht wissentlich benennen können oder sie zwar kennen, aber nicht rational
steuern können (z.B. Phobien jeglicher Art, traumatische Erlebnisse). Auch dem inneren Schweinehund können wir so ganz gezielt auf die Pfoten klopfen
und Ihm „Flausen“ austreiben und neues Verhalten beibringen.
Noch etwas: Die meisten irrigen Annahmen werden wohl durch die Showhypnose geschürt, Menschen „machen sich zum Affen“ und das vor Publikum. Warum Showhypnose funktioniert ist für mich ganz leicht erklärlich. Fast jeder von uns hatte als Kind viel Spaß daran, Unfug zu machen ohne dafür Konsequenzen tragen zu müssen. Nun bekommen wir in der Showhypnose die offizielle Genehmigung ein paar Minuten lang noch einmal diesen Zustand auszukosten – und wir werden auch noch von den anderen Anwesenden dafür gefeiert und mit Applaus belohnt.
Wozu kann eine Hypnose hilfreich sein? Es gibt unzählige Gründe. Nachfolgend die wohl Gängigsten: